




Prinz Louis Ferdinand, entschied, nach dem frühen Tod des Vaters von Georg Friedrich, dass er einmal das Erbe der Hohenzollern übernehmen sollte.
Georg Friedrich Prinz von Preußen studiert damals (2005), noch Betriebswirtschaft in Berlin und er lebt, wie er mir damals verrät, in einer richtigen "Studentenbude".
Zum intensiveren, aber doch rein privaten, längeren Gespräch, kommt es zwischen uns, als ich ihm erzähle, dass ich ihn das erste Mal, bereits aus Anlass des
75. Geburtstags seines Großvaters, Prinz Louis Ferdinand, in dessen Berliner Villa in Berlin-Grunewald, (1982), als kleinen, 6-jährigen Prinzen fotografiert hätte. Er kann sich natürlich nicht an mich erinnern. Aber als ich dann eine kleine Episode zum Besten gebe, ruft er spontan aus:
"Ach SIE waren das ... !?!"
Da bemerke ich ein plötzliches Leuchten in seinen Augen.
Hier nun aber erst einmal die kleine Geschichte,
an die sich nun auch der Prinz wieder gut erinnern kann:
Seine kaiserliche Hoheit, Prinz Louis Ferdinand,
hatte mich zu seinem 75. Geburtstag, als seinen persönlichen Fotografen, zu Aufnahmen für die "Familienhistorie" beauftragt. Er wollte, rein privat, diesen Tag von mir "für die Nachwelt" festhalten lassen. Da waren dann auch seine Enkel, die kleinen Prinzen, anwesend.
Der alte Buttler macht große Augen, als er mir wieder, nach meinem Klingeln, die Tur geöffnet hatte und fragt mich, was das da sei und was ich denn hier damit wolle. Als ich ihm sage, dass die kleinen Prinzen ganz verrückt nach diesen leeren Filmdosen seien, schmunzelt er gütig und sagt: "Jaja, da verblasst so manches Mal sogar das tollste Spielzeug, gegen so einen 'Abfall', der aber die Phantasien kleiner Jungen enorm beflügeln kann ..."
Der Prinz zu mir: "Jaaa - aber natürlich - Ich kann mich jetzt sogar ganz genau daran erinnern. Sie müssen wissen, wir hatten am Abend die Dosen unter uns aufgeteilt und danach alle noch sehr lange damit gespielt. Meine Dosen hatte ich, durch Zufall, erst vor Kurzem in einer alten Spielzeugkiste wiederentdeckt. In diesem Moment kamen, durch ihre alten Filmdosen, wieder die schönen Kindheitserinnerungen und spezielle Erinnerungen an meinen Großvater hoch ...
Und jetzt stehen genau SIE, nach so vielen Jahren, hier wieder mit einer Kamera, vor mir ..."
Er nimmt verlegen ein Taschentuch heraus, entschuldigt sich, wegen der kleinen Gefühlswallung und bedankt sich noch einmal bei mir ... Ich bitte ihn dann noch, ein schönes Portrait von ihm machen zu dürfen, was er mir nicht abschlägt (Foto oben). Danach widmet er sich dann wieder den anwesenden "Offiziellen", die alle brav aber sehr erstaunt, ob seiner Reaktionen, gewartet hatten, bis der Prinz, die für ihn "so bewegende Unterhaltung" mit dem Pressefotografen beendet hat. Der Prinz erzählt ihnen dann auch sofort diese schöne Episode, aus seiner Kindheit,
die nun, von den zuhörenden Honoratioren, mit Applaus bedacht wird.
Ich mus dann noch genau erzählen, wie ich seinerzeit zu dem privaten Auftrag, die 75. Geburtstagsfeier, seiner kaiserlichen Hoheit zu fotografieren, gekommen war. Denn es war ja schon recht ungewöhnlich, das ein Pressefotograf der größten Berliner Boulevardzeitung, der
, damit betraut wurde. Natürlich durfte ich damals meiner Redaktion auch ein Geburtstags-Gruppenfoto mit allen anwesenden Gästen, "abgeben" ... die rein privaten Bilder durften nicht in die Zeitung. Der damalige Chefredakteur der
, Herr Wilhelm Pannier, hielt natürlich Wort, und nahm kein weiteres Foto ins Blatt, obwohl sämtliche Filme von der
entwickelt und alle privaten Bilder für den Kaiserenkel, in unserem Labor abgezogen wurden. Aber das hätte sich damals keiner gewagt, diese privaten Aufnahmen zu veröffentlichen ...
Später traf ich Georg Friedrich Prinz von Preußen, noch einige Male anlässlich weiterer, "offizieller Gelegenheiten" wieder. Er sagt, bei einem dieser Termine dann noch einmal, leise lachend und augenzwinkernd, zu mir:
"Schade, ... die digitale Fotografie produziert kein Spielzeug mehr ..."
Ich finde es beeindruckend, wie sich diese kleine, für mich damals eigentlich völlig belanglose Sache,
über so viele Jahre, in das Gedächtnis dieses empfindsamen, sympatischen jungen Mannes, eingeprägt hat ...
Ich wünsche den frisch Vermählten, alles Glück dieser Erde! Vielleicht darf ich ja auch die ersten Babybilder machen ...

